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Rosemarie Banholzer

Unserer Ehrenmitglied

Rosemarie Banholzer 95 Jahre Revue passiert
Unser Mitglied Rosemarie Banholzer wurde am 10. Februar 1925 geboren und feierte jüngst ihren 95. Geburtstag.
Durch Wolfgang Häßler kam sie zu einer Dichterlesung beim Verein der Badener in Hamburg, wurde Mitglied und kam darauf mehrere Jahre nacheinander zum Verein. Sie stammt mütterlicherseits aus der Schwarzwälder Familie Winterhalder, die in Neustadt und Umgebung Uhren herstellte, und wurde durch diese Familientradition geprägt. Zur Erinnerung hat sie eine Winterhalder Präzisionsuhr in ihrem Wohnzimmer auf dem Flügel stehen. Sie ist eine disziplinierte Lebenskünstlerin.
In ihrer Jugendzeit wurde sie durch mehrfache Umzüge mit Schulwechsel und die Sorge um ihre Mutter leidvoll geprüft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg, Mitte April 1948, noch in der Lebensmittelkartenzeit, heiratete sie und wohnte in einem Zimmer bei Verwandten. Danach weitere Wohnungswechsel. Die Familie vergrößerte sich um fünf Kinder. Bis sie in der Zeit der Seegfrörne, 1962/63, in ihre jetzige Wohnung in der Wallgutstraße in Konstanz mit ihrem Mann einziehen konnte. Die Wohnung wurde dann im Jahr 2013 ein Jahr lang grundsaniert mit allen damit verbundenen Unannehmlichkeiten.
Sie wuchs in Konstanz am Seerhein auf, besuchte die Höhere Handelsschule in Konstanz. Ihre Berufstätigkeit führte sie nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst zum Service de Statistique de Gouvernement Française in Konstanz und dann zum Südverlag in Konstanz. In den Jahren von 1948 bis 1976 machte sie Familienpause. Vom Jahr 1977 bis zum Jahr 1989 arbeitete sie als festangestellte Redaktionssekretärin bei der südbadischen Tageszeitung Südkurier in Konstanz.
Ihre schriftstellerische Tätigkeit wurde durch ihren Chef beim Südkurier, Gerd Appenzeller, geweckt, und so schrieb sie von 1977 bis 1999 für den Südkurier die Gedichte auf Schriftdeutsch: „Lachend in die neue Woche“, die von Hans Sauerbruch illustriert wurden und die viel Lebensweisheit enthalten.
Ab 1978 bis 2008 schrieb sie jede Woche eine Mundartkolumne „s´Frichtle monnt…“ (in hochdeutsch ungefähr: „Der Konstanzer Lausbub meint…“) für den regionalen Konstanzer Anzeiger. Die Themen sind zeitlos, z. B. Bald sind Wahle, Bienle-Sorge, Dapetewechsel, Ein Tip fir d'Ferie: Im Hegau wandre.
Daneben veröffentlichte sie seit 1980 14 Bücher in seealemannischer Mundart, vier Bände Lyrik in Schriftdeutsch und zwei CDs. Besonders bekannt sind ihre beiden Bände „Wenn’s weihnachtet“. Ihr neuester Band ist eine Hommage an Friedensreich Hundertwasser. Rosemarie Banholzer, Peter Mosdzen, Friedensreich Hundertwasser: Impressionen. Concept & design, Verlag Michael Wegmann, Konstanz 2016, ISBN 978-3-9817535-0-9 mit Gedichten zu Gebäuden von Hundertwasser, die von Moszden fotografiert wurden.
Ihre Natur- und Menschenverbundenheit spiegelt sich in ihrem Gedicht:

Glitzrige Bodesee
Gedicht von Rosemarie Banholzer
Im Johreskreislauf sich veänderet de Wasserspiegel ufem See mol wird er samtig, mol vekräuslet,mol grasgrüe, wie en frische Klee. Goht d Sunne uf, giehts kläne Funke,bis z Middag schients ganz Wasser blau, kunnt Neptun, zum sin Harem dunke stiegts usem Grund ruf sandig-grau. Sturm willer und ziehgt d Stirn i Falte, dewäge hot scho mancher glacht, doch uvesehens hot er bhalte desell, wo trotzt hot sinere Macht.
Im Wellestrudel hilflos gschauklet hond Dampfer, Segelschiff und Boot kurz druf der Seegeischt wieder gauklet,als hett mer tromt die Wassersnot. De Bodesee lieht still und glatt,nu klä wenig plätscherts am Rondell, zwei Schwänle döset wohlig-matt im Glanz vum Mondlicht, silbrig-hell. Am schänschte isch en Sunnestrahl, wo Edelstei ufs Wasser keit, denn zeigt sich erscht de Spiegelsaal i sinere ganze Glitzrigkeit.
Ihr Humor und ihre Menschenliebe wurden durch Ehrungen gewürdigt von Hegauer Gruppe der Muettersproch-Gsellschaft (1997), Badener Vereine in Deutschland, Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland (1999), Verein der Badener von Hamburg und Umgebung e. V., Konstanzer Karnevalsgesellschaft Elefanten A.-G., Gemeinderat der Großen Kreisstadt Konstanz (2015), Regionalgruppe Seealemannen der Muettersproch-Gsellschaft (2015).
Wir wünschen der Jubilarin auch weiterhin viel Schaffenskraft.
Roland H. Bueb

Weitere Informationen bei [https://de.wikipedia.org/wiki/Rosemarie_Banholzer]
Dieser Text wurde mit Rosemarie Banholzer abgestimmt und erscheint zeitgleich im "Badener", dem Mitteilungsblatt des Vereins der Badener von Hamburg und Umgebung e. V., sowie auf Alemannisch in der Vereinsschrift "Alemannisch dunkt üs guet" der Muettersproch-Gsellschaft e. V.


 

Rosemarie Banholzer. Foto: Claidia Reimann



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