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v. d. Donauquelle bis zum Hamburger Hafen

von Hildegard Schmid

Mit dem Fahrrad von der Donauquelle bis zum Hamburger Hafen

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Mit dem Fahrrad von der Donauquelle bis zum Hamburger Hafen

Mein Mann Franz und ich sind leidenschaftliche Fahrradfahrer. Schon seit einiger Zeit spielten wir mit dem Gedanken, Deutschland von Süd nach Nord zu „erradeln“ und unsere Freunde vom Verein der Badener zu besuchen. Wir haben geplant und getüftelt, welche Radwege auf einigermaßen direktem Weg nach Hamburg führen. Das war gar nicht so einfach, denn es gibt, nicht so wie am Rhein entlang, keine direkte Radroute. Wir mussten unsere Route aus verschiedenen Wegen zusammenstellen, deshalb kamen wir bei unserer Planung auf eine Distanz von 950 km, also etwas mehr als mit dem Auto.

Los ging es am 11.07. auf dem Neckarweg bis nach Horb. Am nächsten Tag wollten wir auf dem Heidelberg-Bodensee-Radweg bis nach Pforzheim, auch dieses Ziel hatten wir wie geplant erreicht. Am dritten Tag begann dann der Ärger. Wir wollten bis nach Heidelberg, aber unterwegs hatten wir den richtigen Weg „verloren“, denn es fehlten die Hinweisschilder. Trotz vieler gefahrener Kilometer erreichten wir Heidelberg nicht. Mit frischem Mut ging es am nächsten Morgen ab Walldorf mit der S-Bahn bis nach Heidelberg und von dort ein Stück auf einem Neckarschiff bis nach Neckargmünd. Es war eine herrliche Schifffahrt durchs Neckartal, und wir waren wieder guter Dinge. Dieses Stück war übrigens das einzige auf der ganzen Fahrt, das wir „motorisiert“ zurückgelegt haben. Nach einem kräftigen Anstieg nach Hirschhorn verließen wir unser „Ländle“ und waren im hessischen Odenwald angekommen. Leider waren die Radwege in Hessen nicht so gut, wir fuhren viel durch

Wald auf losen Schotterpisten. Natürlich ließ auch oft die Beschilderung zu wünschen übrig. Zum Glück haben wir immer wieder hilfsbereite Menschen gefunden, die uns den richtigen Weg zeigten. Ab Maintal, wo wir über eine Staumauer den Main überqueren mussten,

veränderte sich die Landschaft, und es wurde zusehends flacher. Wir fuhren entlang der Nidda durch abwechslungsreiche Flussauen, aber der nächste Tag, Etappe 7, war wieder sehr anstrengend. Über grobe Schotterwege erreichten wir Hessens höchstgelegene Stadt, Ulrichstein. Unser Ziel für diesen Tag war Alsfeld, ein nettes Fachwerkstädtchen.

Wir waren trotz einiger Irrfahrten gut in der Zeit, deshalb beschlossen wir nach 8 Rad-Tagen einen Ruhetag einzulegen. Wir wollten natürlich auch das gute Wetter ausnützen. Dass es wochenlang nicht regnet und jeden Tag eine Gluthitze ist, konnten wir ja nicht ahnen. In Bad Zwesten, einem kleinen Ort in der Nähe von Borken ließen wir uns mit einer Massage verwöhnen. Die folgenden Tage waren ein echtes Naturerlebnis. Wir fuhren auf gut ausgebauten, flachen Radwegen entlang der Eder und danach entlang der Fulda. Schöne alte Baumbestände sorgten für den nötigen Schatten bei diesen tropischen Temperaturen.

So langsam machte sich die Anstrengung doch bemerkbar, und wir legten nach Tag 10 wieder einen Ruhetag ein. Wir hatten im Hotel Freizeit Inn nähe Göttingen telefonisch am Vortag eine Übernachtung gebucht. Laut Internet sollte es ein Tagungshotel mit über 200 Zimmern, Wellness und SPA-Bereich sein. Ob wir mit Fahrrad, Fahrradtaschen, verschwitzt und abgekämpft dort richtig sind…? Leider gab es nichts anderes, also haben wir uns dieses Tagungshotel angeschaut und waren begeistert über die Freundlichkeit des Personals, die Ausstattung und des Preises, sodass wir spontan beschlossen, eine Nacht dranzuhängen.

Am Tag 11 unserer Reise erreichten wir die Bier- und Fachwerkstadt Einbeck in Südniedersachsen. Weiter ging es durch das Leinetal nach Hannover, am Schloss Marienburg,

dem Neuschwanstein des Nordens vorbei, denn der Aufstieg zum Schloss war uns doch etwas zu heftig. Etappe 14 führte uns nach Bad Fallingbostel, auch hier legten wir eine Ruhepause ein, denn Erholung war dringend notwendig. Auf dem Weg nach Fallingbostel kamen wir an einem Hofladen „Blaubeerland“ vorbei. Es war ja Saison für Blaubeeren, und wir konnten einem frischen Blaubeersaft und einem Blaubeerkuchen nicht widerstehen. Unsere Route führte uns weiter durch die Heidelandschaft. Teilweise waren die Wege wegen des tiefen, losen Sandes sehr schwer zu fahren. Nach 16 Rad Tagen waren wir unserem Ziel schon ziemlich nahe. Da wir noch Zeit hatten, wir wollten am 02.08. im Fährhaus Tatenberg ankommen, beschlossen wir, noch zwei Nächte in Salzhausen zu bleiben. Von dort aus haben wir kleinere Touren in diesem „Pferdeland“ unternommen und uns auch Lüneburg angeschaut.

Auf dem Luhe-Radweg sind wir am Tag 17 nach Winsen geradelt, weiter ging es ab Hoopte mit der Elbfähre zum Zollenspieker. Nach 1.151 km standen wir am 31.07. voller Stolz unter dem Ortsschild „Hamburg“!

Natürlich ließen wir es uns während des Aufenthalts in Hamburg nicht nehmen, mit dem Fahrrad bis zum Hafen und auch durch den Elbtunnel zu fahren. Es ist kaum zu glauben, wie gut alles beschildert ist und wie schön es ist, an der Elbe entlang zu radeln.

Überhaupt stellten wir fest, dass es viel einfacher ist, durch Großstädte wie Kassel, Göttingen oder Hannover zu fahren, als in der freien Landschaft. Die Radwege in den Städten führen meistens durch ruhige Wohngebiete oder Parks. In der freien Landschaft fehlen oft die Schilder und man steht vor der Wahl: links oder rechts? Meistens entscheidet man falsch, daher auch die 200 mehr-Kilometer auf unserer Tour.

Wir sind glücklich, diese an uns selbst gestellte Herausforderung gemeistert zu haben und stellen fest, Deutschland hat viele Gesichter. Jede Landschaft ist auf ihre Art schön, und es gibt in jeder Region freundliche und interessante Menschen. Wir danken ganz herzlich Ilse und Hans-Dieter, dass wir uns nach dieser Strapaze in ihrem schönen Garten erholen durften. Auch haben wir uns über das Wiedersehen mit der „Vereinsspitze“ sehr gefreut!

Hildegard und Franz Schmid

ANMERKUNG DER REDAKTION: EINE TOLLE LEISTUNG mit-dem-fahrrad-von-der-donauquelle-bis-zum-ha.pdf [647 KB]


 

In Hamburg angekommen



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